Raten Sie mal…

Liebe Gemeinde,

manche Menschen entdecken im Lockdown ihre Kreativität: sie basteln, musizieren und puzzeln oder probieren ganz neue Dinge aus. Meine Schwiegermutter erzählte mir kürzlich, dass sie Sudokus (das sind diese Zahlenrätsel) für sich neu entdeckt hat und ich weiß, dass im vergangenen Sommer in unserem Biotop das ein oder andere Sudoku geknackt wurde. Könnten wir uns in unseren Gruppen und Kreisen wie gewohnt treffen, dann wäre vielleicht ein Rätsel-Abend (vielleicht im Frauenkreis?) ein mögliches Angebot. Nun denn, bis wir uns wieder treffen können, wird es noch eine Weile dauern. Aber Rätsel lösen – das können wir auch auf Abstand.

Als Pfarrerin habe ich natürlich kein Zahlenrätsel für Sie. Aber ich schicke Ihnen auf diesem Weg einmal etwas anderes: ein Gesangbuch-Rätsel. Raten Sie mit?

Das Lied, das wir in diesem Rätsel suchen, steht in unserem evangelischen Gesangbuch unter dem Kapitel „Rechtfertigung und Zuversicht“. Im katholischen „Gotteslob“ ist es der Liedergruppe „Bitte und Klage“ zugeordnet. Das beschreibt das Lied eigentlich bereits sehr gut – und passt genau auf das erste Wort, mit dem auch jede weitere Liedstrophe beginnt.

Danach folgt in allen Strophen immer eine Anlehnung an ein Zitat aus dem Lukas-Evangelium – schlagen Sie doch einmal nach, bei Lukas im 24. Kapitel, Vers 29. (Da laden zwei Personen einen ihnen zunächst nur flüchtig bekannten Wegbegleiter nach Hause ein – und erleben dann eine große Überraschung!)

Um diese Wegbegleiter geht es in unserem Lied. Er wird direkt angesprochen, mit detaillierten Bitten. Er allein ist es, der uns in Zeiten von Bedrängnis und Auseinandersetzungen schützen kann. Worauf gründet dieses Vertrauen?

Darauf, dass er uns das Wichtigste geschenkt hat (Strophe 1). Das haben wir sogar schriftlich und mündlich! (Strophe 2) Die Bitte um seinen Segen (Strophe 4) und Schutz (Strophe 5) deutet darauf hin, dass das Lied in einer Zeit voller Probleme entstand. Als der Verfasser das Lied dichtete, herrschte bereits seit 10 Jahren Krieg – und noch 20 weitere Kriegsjahre sollten folgen. Dazu gab es auch theologische Kontroversen – auch innerhalb des eigenen Lagers. Vermutlich bittet deshalb die 3. Strophe um die Erkenntnis der Wahrheit, damit man nicht auf den falschen Weg gerät.

In der ursprünglichen Version des Liedes wurde ausdrücklich das Abfallen von der rechten Lehre benannt. Aber diese indirekte Warnung vor Irrlehren hat der Autor, ein evangelischer Pfarrer und Theologieprofessor, dann doch etwas abgemildert, als er das Gebet in sein Liederbuch aufnahm. Dieses erschien unter dem bezeichnenden Titel: „Andächtige Hertzen-Seufftzer“.

Der Autor selbst starb bereits im Alter von 44 Jahren, nach heftigen Auseinandersetzungen mit Vertretern der Gegenreformation. Er hätte sich wohl nicht träumen lassen, dass sein Lied 400 Jahre später in evangelischen wie katholischen Kirchen gesungen wird.

Wissen Sie, wie das Lied heißt?

Wenn Sie für die Lösung noch einen Tipp brauchen: Der Verfasser des Liedes heißt Josua Stegemann. In unserem Gesangbuch ist ganz hinten ein Kapitel über „Liederkunde: Dichter und Komponisten“. Schlagen Sie doch dort einmal nach dem Autor nach! Dort finden Sie immer kurze Informationen über die Liederdichter und anschließend die Nummern zu den Liedern, die sie gedichtet oder komponiert haben. (T=Text, M=Melodie)

Wenn Sie Lust auf weitere Liederrätsel haben, dann melden Sie sich gerne im Pfarramt. Hinterlassen Sie uns eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter, werfen Sie einen Zettel im Gemeindebüro in den Briefkasten oder schreiben Sie uns eine E-Mail oder WhatsApp. Das nächste Rätsel kommt dann per Brief zu Ihnen nach Hause.

Von zu Hause erreichbar bleibt auch noch eine weitere Woche die Telefonandacht zur Jahreslosung unter der Telefonnummer 06645 – 6109887. Übrigens: Die Andacht ist auf einem Computer gespeichert und wird darüber abgerufen. Das heißt: Sie können unbesorgt zu jeder Tag- und Nachtzeit anrufen. Sie stören niemanden mit Ihrem Anruf!

Für alle weiteren Ideen und Aktionen informieren Sie sich bitte über die bekannten Wege. Vor allem lohnt sich ein Blick in den Schaukasten: Dort sehen Sie, welche Gedanken sich in der vergangenen Woche die Kindergottesdienstkinder sowie unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden zum Bibelvers der Jahreslosung und zu dem Thema „Barmherzigkeit“ gemacht haben.

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!

Bleiben Sie gesund und behütet, Ihre Pfarrerin Antje Armstroff

 

 

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