Karfreitag. Johannes 19.

(Es ist vollbracht?)

Montag Nacht kämpften sie bis zur Erschöpfung in Paris. Über 400 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Dazu viele viele weitere Einsatzkräfte. Sanitäterinnen, der Versorgungstrupp, der sich um die Verpflegung kümmert. Polizei. Statiker. Kunstsachverständige.
Irgendwann in den frühen Morgenstunden hatten sie Gewissheit. Es ist viel zerstört. Aber sie ist nicht gefallen. Notre Dame wird erhalten bleiben. Das Herz der Stadt. Mehr als ein einfaches Gebäude. Mehr als irgendeine Kirche. Ihre Kirche. Notre. Unsere.
Ob einer den Satz gesagt hat: Es ist vollbracht? Ein Feuerwehrmann, als er den Helm endlich abnahm und sich irgendwo am Straßenrand auf eine Mauer setzte? Eine Ärztin, als sie wusste, dass das Krankenhaus verschont bleiben wird?
Oder werden sie den erst sagen, wenn der letzte Zimmermannsnagel ins Gebälk geschlagen ist. Wenn der Dachstuhl wieder steht. Wenn das letzte Kunstwerk wieder an seinem Platz ist? Wenn die Dornenkrone wieder ihren Platz hat? Werden sie es dann sagen: Es ist vollbracht?

(Was wichtig ist)

In den Berichten von der Kreuzigung spielt die Dornenkrone keine Rolle mehr.
Wie so vieles für Jesus unwichtig geworden ist.
Zum Streit um die genaue Urteilsformulierung schweigt er. Unwichtig.
Dass die Soldaten ihn seiner Kleider beraubten. Jesus schweigt.
Sie spielen ihre Spiel, machen ihren Job.
Sollen sie.

(Wer bleibt)

Ein Foto aus der Nacht von Notre Dame hat mich gepackt. Im verwüsteten Innenraum ziehen Rauchschwaden durch. Balken liegen kreuz und quer. Verkohlte Kirchenbänke. An den Seitenwänden ist die Kanzel sichtbar. Und von hinten leuchtet das Kreuz. Ein heller Lichtimpuls zwischen Ruß, Asche, Kohle und Rauch.
Jesus am Kreuz:
Wenn niemand mehr bleibt. Ich bleibe da.
Wenn alles einstürzt. Ich bleibe da.
Wenn du nicht weißt, wie du diesen Tag, diese Nacht schaffen sollst. Ich bleibe da.

 

Text: Sebastian Wolfrum
Bild: Kreuz in der Kathedrale Notre Dame, Paris, maziarz / Shutterstock.com

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