Gemeinsam Zeichen setzen

Pfarrerin Antje Armstroff mit Fisch-Stein

Liebe Kinder, liebe Konfis, liebe Jugendliche, 
aber auch: liebe Eltern, liebe Großeltern, und alle anderen, die diesen Text lesen: 

alles ist anders in diesen Tagen: Die Schule ist zu, der Kindergarten hat geschlossen. „Prima“, haben manche von euch vielleicht zuerst gedacht, „dann haben wir ja noch längere Osterferien!“.

Aber ganz so lustig ist es leider nicht. Denn wenn wir Ferien hätten, dann könnten wir Ausflüge machen. Ins Schwimmbad oder Museum fahren. In den Vogelpark oder den Kletterwald. Und vor allem Freunde treffen. Aber das alles ist jetzt gestrichen. Denn im Moment gibt es ein ganz blödes Virus, das ganz viele Menschen krank macht. Corona heißt es. Und es ist so ansteckend, dass wir zu Hause bleiben sollen, nicht unsere Freude treffen und manchmal nicht mal Oma und Opa besuchen können. Sogar der Kindergottesdienst muss ausfallen! Und auch die Gottesdienste in unseren Kirchen können im Moment nicht gefeiert werden.

Was machen wir denn da?

Mich hat das an eine Zeit erinnert, als schon mal Menschen, die an Gott und Jesus Christus glaubten, keine Gottesdienste feiern durften. Das ist schon sehr, sehr, sehr lange her (fast 2000 Jahre) und damals war kein Virus schuld, sondern der Kaiser von Rom. Der wollte sich nämlich als Gott verehren und anbeten lassen. Für die Christen war das unmöglich: Es gibt schließlich nur einen einzigen Gott. Deshalb wurden sie damals vom römischen Staat verfolgt. Sie durften sich nicht treffen und keine Gottesdienste feiern.

Aber die Christen waren ziemlich klug und hatten eine gute Idee: Sie hatten ein Geheimzeichen, mit dem sie sich gegenseitig zeigen konnten, wer an Jesus Christus glaubt. Ein Fisch! Nur die Christen haben gewusst und verstanden: Wo das Bild von einem Fisch aufgemalt ist, da sind andere Christen. Die glauben auch an Gott. Da bin ich nicht alleine. Und da wird ein Gottesdienst gefeiert!

Ich dachte mir: Das können wir auch! Wir nutzen einfach auch den Fisch als Geheimzeichen, um miteinander in Verbindung zu bleiben.

Deshalb habe ich eine Aufgabe für euch:

  • Sucht schöne Steine.
    Macht sie ein bisschen sauber – und malt einen Fisch darauf.
    Mit Farbe, die auch im Regen nicht verschwindet.
    Also am besten mit Acrylstiften oder Lackfarbe.
    Mit Eddings oder Nagellack. (Vorher Mama oder die große Schwester fragen.)
  • Und verteilt diese Fisch-Steine in Ulrichstein und Feldkrücken.

Vor Haustüren und an Straßenecken. Vor der Kirche und am Dorfgemeinschaftshaus. Und wer so einen Fisch-Stein findet, der weiß: „Hurra! Jemand hat an mich gedacht“.

Der Fisch erinnert uns an Jesus Christus. Und der hat einmal zu seinen Freunden gesagt: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind
in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18,20)

Wir können uns im Moment zwar nicht mehr gleichzeitig treffen. Aber wenn eine einen Fisch-Stein malt und verteilt – und ein anderer ihn findet: Dann sind es trotzdem zwei, die in seinem Namen versammelt sind. Und dann ist Jesus Christus mitten unter uns.

Damit wir das feiern und viele Gründe haben uns zu freuen: Malt viele Fische und verteilt sie!

Wer mag, kann ein Foto vom Malen, Verteilen oder Finden machen und es im Internet auf Facebook mit den Hashtags #ZuversichtmitFisch und #himmelnah hochladen. Dann freuen sich noch viele andere mit. Und werden (genau wie damals die ersten Christen) daran erinnert: Gott ist mitten unter uns, auch in trubeligen Zeiten.

Ich freue mich schon darauf, eure Fische und Bilder zu finden.

Bleibt gut behütet! Eure Pfarrerin Antje Armstroff